Island-Hopping and Highland-Hopping

Reiseroute: Glasgow - Oban - Barra - Eriskay - South Uist - Benbecula - North Uist - Bernerey - Skye - South Harris - North Harris - Lewis - Ullapool - Drumbeg - Durness - Golspie - Strathpeffer - Elgin - Aberdeen - Dundee - Stirling - Glasgow



Die Mauer muss weg

Den ersten und größten Hüpfer machen wir heute... von Berlin ins schottische Glasgow. Nachdem sich die netten Herren von der Flughafen-Autovermietung dann endlich entschieden hatten, was sie uns denn für ein Wägelchen anvertrauen wollen, konnte es auch schon losgehen zu unserem ersten Tagesziel. Oban, an der schottischen Westküste. Über das Upgrade auf die höhere Wagenklasse konnten wir uns leider nur bedingt freuen, da uns schon schwante, was uns bei den engen schottischen Straßen mit einem VW Passat Kombi so erwarten würde. Aber es nützt alles nix. Die erste Feuerprobe des Linksfahrens hatten wir bereits nach den ersten zwei Kilometern inklusive fünf Kreisverkehren überstanden. Doch der Weg nach Oban ist lang und schmal, zumindest wenn man auf der vermeintlich falschen Straßenseite unterwegs ist. Von der Fahrerseite hörte ich nicht nur einmal den Spruch "Die Mauer muss weg...", wenn schmale Straßen links und rechts auch noch von halbhohen Steinmauern gesäumt waren und der Gegenverkehr ohnehin schon mit einem Rad auf unserer Spur kam.

Schlussendlich sind wir bei traumhaftem Frühlingswetter am Atlantik angekommen und genießen die Abendsonne und den Blick auf die Inseln Mull und Kerrera.



Kerrera

Nach einem leckeren Frühstück im Supermarkt soll heute endlich auch die Kamera zum Einsatz kommen. Eine schmale Straße führt uns südlich aus Oban heraus zu einem kleinen Fähranleger. Von hier aus kommt man auf die Insel Kerrera, eine kleine Insel direkt vor der Küste von Oban mit nur 40 Einwohnern. Wunderschön ist sie mit ihren kleinen Hügeln, Buchten, jeder Menge Schafen und einer alten Burgruine. Das Wetter ist uns wohl gesonnen und es gibt teils sonnige Aussichten. Wir picknicken mit einem traumhaften Blick auf die Burgruine, von der sich eine Steilwand hinab zum Meer stürzt. In der Bucht schwappen sanft die Wellen an den dunklen Steinstrand. Wir sitzen im Gras, der Wind weht uns um die Nase und futtern Sandwiches und Obst. Frisch gestärkt erkunden wir am Nachmittag die Westseite der Insel. Wilde Küste und die Inseln Mull und Lismore und die Mountains of Morven schimmern im Spiel von Licht und Schatten.

Nach weiteren zwei Stunden sind wir wieder an der Fähre und setzen aufs Festland über. Erstmal eine kleine Pause, der Knöchel schmerzt. 200 Meter von der Fähre entfernt bin ich umgeknickt und nun muss das abendliche Programm in Oban ein wenig gekürzt werden. Morgen geht es auf die Fähre nach Castlebay auf der Insel Barra, der südlichsten bewohnten Insel der Äußeren Hebriden.



Die Überfahrt

Mc Caigs Tower morgens um acht. Schnell ziehen die Wolken über Oban hinweg und blaue Fetzen wechseln mit Regenschauern. Langsam frieren uns bei stürmischen 8 Grad die Finger ein, aber wir bleiben, lauern auf das richtige Licht, welches die Stadt und die vorgelagerten Inseln erst richtig zur Geltung bringt.

Auf dem Weg von Glasgow hatten wir unterwegs eine tolle Kirche gesehen - St. Conan's Kirk. Die wollen wir nun noch einmal besuchen. Ich kann ohnehin keine großen Sprünge machen und da ist diese schöne alte Kirche am Loch Awe genau das Richtige um die Zeit bis zur Fährabfahrt zu überbrücken.

Gegen Mittag sind wir dann zurück in Oban am Fährterminal. Noch schnell die reservierten Tickets geholt und unsere ersten Fish und Chips verspeist, schon geht es bei rauer See vorbei an den Inseln Mull, Lismore und den zum Festland gehörenden Morven Mountains, in Richtung Barra. Die Reisetabletten machen müde und schläfrig, so stört mich der starke Wellengang kaum. Lediglich das laute Klatschen der großen Wellen gegen die Fenster der auf Deck 5 liegenden Observation Lounge lassen mich ab und an zum Fenster blinzeln.

Um kurz vor sieben, fahren wir nach ca. fünf stündiger Fahrt in den Hafen von Castlebay, der Inselhauptstadt von Barra, ein. Nun ist es nur noch ein Katzensprung in das kleine B&B mit Blick auf Kisimul Castle. Einen Happen essen, die Füße hochlegen und die traumhaften Lichtstimmungen beobachten, die die Abendsonne in die Bucht zaubert. Nach dicken Regenwolken und Sturm verabschiedet sich Klärchen vom beinahe wolkenlosen Himmel.



Vom Winde verweht

Schnell ziehen die Wolken über den morgendlichen Himmel. Wir wissen gar nicht wie wir das Wetter einschätzen sollen. Die gestern noch als Sturm betitelte steife Briese ist einem ausgewachsenen Sturm gewichen und so beschließen wir die Insel hauptsächlich mit dem Auto zu erkunden.

In Traigh Mor stellen wir uns in die Dünen und warten, aber nicht etwa auf besseres Wetter, sondern auf den Landeanflug einer kleinen Propellermaschine. Bei Ebbe landen hier täglich kleine Flugzeuge am Strand, so richtig mit Tower und Flugplan. Die Landung des kleinen weißen Fliegers haben wir glatt übersehen. Grauer Himmel, heller Sandstrand, weißer Flieger und dann auch noch aus unerwarteter Richtung. Außerdem mussten wir ständig schauen, dass uns der Wind nicht die Kamera verreißt. Das wollen wir beim Start besser hinkriegen. Wir bleiben noch eine Weile bis die Propeller wieder drehen und die kleine Maschine nach ein bisschen Anlauf auf uns zugebraust kommt und abhebt.

Bis zum Mittag sind wir einmal rum um die Insel - ganze 22 Kilometer sind das - und wir fahren weiter nach Vatersay. Dabei muss ich euch was gestehen... Barra ist definitiv nicht die südlichste bewohnte Insel der Äußeren Hebriden (wie ich vorgestern behauptet habe). Vatersay, über einen Damm mit Barra verbunden, hat tatsächlich auch ein paar Einwohner. Wir haben keine gesehen und konnten sie so auch nicht zählen, aber die Häuser lassen darauf schließen ;-).

Wir trauen uns noch immer nicht für längere Zeit raus und verputzen unser Mittagspicknick bei herrlichem Sonnenschein im Auto - natürlich standesgemäß mit Blick aufs Meer und auf Barra. Schon am späten Nachmittag sind wir vom Winde verweht zurück, verkrümeln uns mit einer Tasse Kakao auf die B&B Couch und lassen einfach ein bisschen die Seele baumeln.



Bye bye Barra

Wir verlassen die schöne Insel Barra mit der Fähre von Ardmhor aus. 40 Minuten dauert die Überfahrt nach Eriskay. Mit 170 Einwohnern ist Eriskay, obwohl kleiner, doch mehr besiedelt als Vatersay. Die Insel ist wunderschön und im Nachhinein bin ich ein wenig traurig, dass wir die eigentlich geplante kleine Wanderung aufgrund des steinigen Untergrunds und meines noch immer ein wenig labilen Fußes nicht machen konnten.

Wir haben unseren Weg nach einer kurzen Inselrundfahrt direkt nach South Uist, der nächsten Insel, fortgesetzt. Hier in den Uists - so nennt man die Inselgruppe aus Bernerey, North Uist, Benbecula, South Uist, Eriskay und einer handvoll klitzekleiner Inselchen - sind alle Inseln über Dämme mit einander verbunden. Das macht das Reisen weit einfacher.

Zwei kleine Strand- und Dünenwanderungen unternehmen wir und lassen uns bei strahlendem Sonnenschein den Wind um die bald gerötete Nase wehen.

Wir ziehen weiter nach Benbecula. Die Inseln sind nicht groß und so ist man schnell von einer zur anderen gehüpft. Außerdem hat uns South Uist nicht so sehr begeistert. Benbecula hingegen ist eine Ansammlung von Landfetzen im Meer, so will man meinen. Das wenige Land ist durch Lochs zerklüftet und bietet einzigartige Landschaften. Doch dafür haben wir morgen nochmal ein wenig Zeit. Wir wollen heute, da wir früher dran sind als geplant, den morgigen kleinen Abstecher auf die Insel Flodaigh vorziehen. Eine kleine Runde im sanften Spätnachmittaglicht zu einer Bucht mit Seehunden. Das Licht ist toll und die Wölkchen spiegeln sich im glatten Wasser der bei Ebbe fast leeren Bucht. Nur die Seehunde sind nicht da. Ganz in der Ferne sehen wir zwei auf einer Insel liegen und ein weiterer paddelt im Wasser und steckt ab und an den Kopf raus. Doch der Weg hat sich dennoch gelohnt.

Gegen sechs sind wir im Angler's Retreat, einem wirklich einmaligen kleinen B&B. Hier fühlt man sich wie bei Muttern. Das Abendessen ist einfache Hausmannskost und Marion, die Hausherrin, die sicher um die 70 Jahre alt ist, ist einfach bezaubernd. Nun sitzen wir quasi im Wohnzimmer auf der schottischen Couch mit Tartanmuster und berichten euch von unserem Tag.



Noch und nöcher Lochs und Löcher

Tief hängende Wolken und Nieselregen... Da ist unser quietschpinkes Zimmer ja farblich schon beinahe ein Lichtblick. Doch die bezaubernde Blümchentapete, die pinken Handtücher nebst pinkem Duschvorhang mit Rüschen, die lila Bettwäsche und die vielen anderen pinken Kleinigkeiten sind ein bisschen viel für unsere Augen. Wir reisen ab! Aber natürlich war das ohnehin der Plan, denn wir wollen ja weiter nach North Uist und Bernerey. Wir erkunden die schöne Westküste Benbeculas und fahren nach Lochmaddy, dem Hauptort der Insel North Uist. Leider hat sich das Wetter nicht gebessert und somit beschließen wir den Plan ein wenig zu ändern. Keine Küstenwanderung, sondern ersteinmal die Inselrundfahrt, vielleicht gibt es ja nach dem Mittag, wenn wir wieder in Lochmaddy zum Essen sein wollen, noch ein bisschen Hofnung auf Sonne oder zumindest trockenes Wetter.
Die Insel ist schön, nicht ganz so stark zerklüftet wie Benbecula aber doch sehr durchlöchert - große und kleine... Doch bei dem grauen Himmel kommt das leider nicht so gut zur Geltung. Auch der versprochende St. Kilda Blick vom Hügel mit dem unaussprechlichen Namen bleibt uns leider mangels Sicht verwehrt.

Im scheinbar einzigen Restaurant der Insel, welches Mittags etwas zu Essen bietet, speisen wir. Gepicknickt wird mangels Gelegenheit heute Abend in der Unterkunft. Ja, man muss flexibel sein auf den Hebriden :-)

Die Sache mit dem Wandern haben wir uns für heute auch abgeschmickt. Von der Tatsache das der Fuß heute wieder ein bisschen weniger gut drauf ist mal abgesehen, wird das Wetter immer hässlicher. Wir beschließen also mit dem Auto die wenigen kleinen Stichstraßen zu erkunden, die es so gibt. So haben wir wenigstens ein bisschen Einblick in die Lochs und Buchten von North Uist. Bei solch schlechter Sicht hätten wir auf der Wanderung ohnehin nicht viel gesehen.

Gegen halb sechs sind wir auf Bernerey in unserem tollen B&B mit Seal View, doch selbst die haben bei dem Wetter keine Lust. Wir auch nicht und so wird im Bett gepicknickt und dann den Regentropfen an der Scheibe zugeguckt.



Blue Sky on Skye

Noch vor dem full english breakfast ging es heute raus. Strahlend blauer Himmel, das müssen wir nutzen um wenigstens noch ein klein wenig Bernerey zu Gesicht zu bekommen. Auch die Seehunde sind dieser Meinung und liegen schon draußen in Fotoposition.

Während wir frühstücken kommen die ersten Wolken, doch für ein Lochshooting auf dem Weg zur Fähre reicht das Licht noch aus. Die CalMac bringt uns in knapp zwei Stunden auf die Insel Skye und diese empfängt uns mit einem Wetterchen... Wir hätten es nicht zu träumen gewagt.

Wir fahren von Uig über die Hochstraße, die durch die Berge führt, auf die Ostseite der Insel und wollen eigentlich am Bioda Buidhe ein Stückchen laufen um den gesamten Bergrücken von Trotternish und bis aufs Festland und die Inseln Rona und Raasay sehen zu können. Leider gibt es hier, im Gegensatz zu den Äußeren Hebriden, Touristen und so ist alles zugeparkt und wir haben keine Chance zu halten und das obwohl das Fleckchen Erde hier noch in unserem kleinen Wanderführer beschrieben ist mit: "hier können Sie den Massen entkommen". So können wir nur kurz die Aussicht genießen und kurze Schnappschüsse machen.

Wir beschließen weiter nach Staffin zu fahren und dort eine kleine Runde zu gehen. Schon kommen sie wieder, die grauen Riesen die am Himmel aufziehen. Am Ende unserer Tour regnet es schon und die Wolken schweben tief durch die Täler und hüllen die Berge teilweise komplett ein.

Mein Fuß beschwert sich nun nachträglich über die kleine unebene Tour und der Schuh wird immer enger. Nicht gut! Wir werden wohl den morgigen Tag noch einmal überdenken müssen. Aber nun geht es erstmal in die Inselhauptstadt Portree und in unsere Unterkunft.
Nach einem leckeren Abendessen schauen wir mit Blick auf Loch Eyre wie die dicken Regentropfen die Fensterscheibe runterlaufen.



Halbinselhüpfen

Immernoch Regen, na toll! Aber der Wetterbericht verspricht Besserung und hält es auch. Halb zehn reißt der Himmel auf und die Sonne lacht - wir auch und schwups sitzen wir im Auto und los gehts.

Mittagessen shoppen und dann eine kleine Straße an der Küste gegenüber von Raasay entlang bis zu einer kleinen Halbinsel namens An Aird. Hier wollen wir ein wenig wandern und so springen wir kurze Zeit später über die durchnässten Wiesen immer in der Hoffnung nicht allzu nasse Füße zu bekommen. Doch das kleine Inselchen belohnt mit toller Steilküste und klasse Blick auf den noch schneebedeckten und ein wenig wolkenverhangenen höchsten Berg der Cullin Hills, den Sgurr Alasdair.

Die Cullin Hills lassen wir notgedrungen links liegen und fahren weiter in Richtung Talisker. Doch nicht das ihr denkt wir wollen uns stattdessen in der Whisky-Destillerie die Zeit vertreiben - nein wir wollen an den Strand. Ganz am Ende einer kleinen Stichstraße beginnt der einfache Pfad und er führt zum schönsten Strand von Skye.

Weiße und schwarze Sandkörner vereinen sich und bilden bei Ebbe zauberhafte Spuren. Ein schmaler Wasserfall stürzt sich die umgebenden Steilklippen hinunter.

Der Weg nach Dunvegan ist schnell gefahren, nun müssen wir nur noch die etwas außerhalb liegende Unterkunft finden. Eine gefühlte Ewigkeit fahren wir auf schmalen Straßen am Loch Dunvegan vorbei auf die Halbinsel Duirinish. Am Ende der Welt haben wir es dann gefunden und es ist traumhaft schön hier :-).



Socken trocknen

Heute ist Lazy-Day! Klärchen weiß das auch und deshalb strahlt sie was das Zeug hält. Das Frühstück war einfach göttlich und sogar ein bisschen unbritisch. Frischer Obstsalat, gesundes Müsli, Pancakes. Natürlich auch dabei: Toast und Marmelade, aber auch Camembert und Ziegenkäse.

Wir sind hier ein bisschen ökologisch, vegetarisch untergekommen und weil wir das so toll finden haben wir die Gastmama gleich dazu überredet uns doch auch heute Abend vegetarisch zu bekochen. Britisches fettes Essen mit Pommes und Co kriegen wir noch oft genug.

Gestärkt ging es dann an den westlichsten Zipfel von Skye, den Neist Point. Der ist gar nicht weit von uns und so sind wir vor allen anderen dort. Wahnsinnsblick von den Klippen auf den Leuchtturm, auch wenn ich auf dem Weg dahin über die Wiesen ein leichtes Fußbad hatte und es uns beinahe von den Klippen weht. Aber auch das hat Vorteile. Bei dem Sturm trocknen die Schuhe - und ich habe das Gefühl selbst die Socken - wie im Fluge...

Wir fahren nach Dunvegan und sind so gegen Mittag am Dunvegan Castle. Das gehört den Mc Leods und darf besichtigt werden. Aber zuerst sitzen wir bei lecker Panini in der Sonne und machen ein Mittagspäuschen, dann sind wir auch bereit für ein bisschen Kultur.

Schon am Nachmittag sind wir zurück in unserer Unterkunft und zelebrieren die britische Tea-Time mit Brownies auf der Gartenbank. Klärchen strahlt uns immernoch an als gäbs kein Morgen, aber hinterm Horizont quellen die ersten Wölkchen hervor. Wir genießen einfach nur die Stille - unterbrochen durch das ständige määähhhh der Schafe - und freuen uns auf den Abend. Nach dem Essen geht es in den Whirlpool :-)



Radieschen für die Feen

Wir verlassen unsere Gastgeber Ocean und Scottie und dieses schöne Fleckchen Erde und fahren nach kurzem Boxenstopp zum Provianteinkauf in die Region Watternish - eine Landzunge an der Westküste von Skye.

Wir dringen bis in die allerletzte Sackgasse vor, denn genau dort startet unsere Wanderung zum Score Horan. Leider ein kleiner Wandertourenfehlgriff. Nach endloser Weite dank Waldkahlschlag folgte ein sehr schmaler dafür umso sumpfiger Pfad, der uns mehrere Fußbäder und einige Meter, wenn nicht gar Kilometer Wegverlängerung bescherte. Der Dank: Ein Blick von den Klippen. Der war wie versprochen vorhanden, jedoch war der Ausblick kein saftig grüner Wald sondern überwiegend Kahlschlag und leicht schwammige Horizontlinien, 12-Uhr-Mittagslicht und wolkenloser blauer Himmel. Ok, an der Wahl der Tageszeit hatten wir auch eine Aktie dran, aber alles in allem war es eben nicht gerade eine fotogene Mischung. Dafür gab es verbrannte Ohren. Jaja, ich weiß, wir meckern heute auf gaaanz hohem Niveau ;-)

Es geht weiter die Westküste entlang und wir erreichen wieder Trotternish. Hier hatten wir unsere Skye-Tour begonnen und eben dort am selben Fährhafen werden wir sie auch beenden, doch bis dahin ist noch ein klein wenig Zeit. Die Fähre startet erst morgen früh.

Wir halten noch am Fairy Glen, dem Feental, einer interessanten Landschaft aus grasbewachsenen Hügeln. Das Zentrum bildet ein Fels. Dahinter haben viele Besucher kleine Steintürmchen gebaut, Steinkreise gelegt oder ihre Namen aus kleinen Felsstücken auf die Wiese gemalt. All das sind Geschenke für die Feen, damit diese die Wünsche der Besucher erfüllen. Wir haben Radieschen geschenkt verschämtguck. Unsere letzte Gastmutti hatte mir gesagt wir sollten doch Erdbeeren oder sowas als Geschenk mitnehmen. Hatten wir nicht, aber Radieschen hatten wir. Wir waren wohl die einzigen mit dieser Idee. Wohl bekomms :-).



Hebriden-Hopsen die Zweite

Schon um halb neun stehen wir an der Fähre und ich trau es mich fast gar nicht zu sagen - die Sonne scheint, wolkenloser Himmel. Pünktlich legt die Fähre im Hafen von Uig ab und nach traumhafter Hafeneinfahrt in Tarbert auf der Insel Harris wieder an. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen zum Mittagspicknick und fahren dazu auf die kleine Insel Scalpay nordöstlich von Tarbert. Auf einer Bank mit Blick auf die zerklüftete Bucht gibt es lecker Bagel mit Creme-Cheese und britische Tomaten.

Frisch gestärkt geht es dann auf die kleine feine Wanderung zum Leuchtturm. Über die grasbewachsenen Hügel laufen wir immer mit Blick auf die felsige Küste und die vorgelagerten Inselchen. Bei den vielen Motiven kommt uns der Weg viel viel länger vor als die angegebenen 2,5 km one way. Ich glaub es war bei den vielen Fotoumwegen auch allerhand mehr. Zumindest haben wir für das Stückchen Strecke geschlagene 1 1/2 Stunden gebraucht und da haben wir schon ein Stück vor dem Leuchtturm aufgegeben, weil bessere Motive nicht mehr zu erwarten waren. Hätten wir gewusst, das wir den Rückweg - wohl gemerkt, die selbe Strecke - in 30 Minuten schaffen, wären wir wohl weiter gelaufen :-).

Der kleine Abstecher nach Scalpay hat sich mehr als gelohnt, doch nun wollen wir South Harris erkunden. Harris ist in zwei Teile geteilt, South Harris - eine Art Halbinsel - und North Harris, welches eigentlich mit Lewis eine große Insel bildet. Für heute wählen wir die etwas komfortablere Westroute von South Harris. Die Straße ist hier breiter, die Küste hat traumhafte weiße Karibikstrände.

Nur die Temperaturen verraten, dass wir uns wohl ein bisschen nördlicher auf der Erdkugel befinden. Unser B&B befindet sich am unteren Inselende auf der Ostseite. Die Ostseite ist rauh und zerklüftet. Diese schöne Strecke heben wir uns für morgen auf.

Wir sitzen zum Afternoon Tea im Garten. Hier ist es traumhaft schön, man hört nur ab und an ein Schaf und ansonsten einfach nur nix. Ein herrlicher Ort. Schade dass wir morgen schon weiterreisen.



Come little Moo Moo

Nachdem wir gestern nach einem fantastischen Abendessen noch eine kleine Runde bei toller Abendsonne in der verschachtelten und zerklüfteten Bucht nach Seehunden Ausschau gehalten haben, empfängt uns South Harris heute mit dicken grauen Wolken. Doch wir lassen uns nicht beirren. Heute ist mein erster Fahrtag. Nachdem mein Fuß nun wieder fast voll funktionsfähig ist, hab ich gestern Abend die Freigabe fürs Autofahren bekommen :-). Ich hatte ja doch ein bissl Bammel bei dem großen Auto, aber es fiel mir leichter als ich dachte. OK, ich geb zu, das erste Stückchen enge und verwinkelte Küstenstraße bin ich noch nicht gefahren, aber dann durfte ich ans Steuer :-). Doch zuvor mussten wir noch unbedingt bei den ersten echten Galoway-Rindern halten, die da am Wegesrand muhten. Hab ich doch die ganze Reise schon danach Ausschau gehalten und bisher nur Kurzhaarkühe gesehen. Sogar die Rinderhirtin war da und hat versucht mit "come little Moo Moo" die Kühe irgendwie ein bisschen in meine Richtung zu locken.

Immer nach Norden bis zur Insel Lewis und in die Inselhauptstadt Stornoway geht es. Und zum ersten Mal ist es tatsächlich ein Städtchen was aus mehr als ein paar Häuschen besteht. Mit 6.000 Einwohnern hat es ein echtes Stadtzentrum mit Hafen, Fährhafen und Schloss.
Wir laufen entlang der Bucht gegenüber dem Zentrum am Lews Castle Ground entlang. Immer in der Hoffnung, das die Sonne wie versprochen durchbricht. Nach zwei Stunden geben wir auf. Danach British Fast Food. Nachdem ich die letzten Tage echt positiv überrascht war vom britischen bzw. schottischen Essen hat es mich hier nun komplett auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Es gab Chicken-Burger... Zutaten: Tiefkühlhähnchen-Pressfleisch, Burgerbrötchen (ungetoastet). Weder ein Salatblatt, noch Ketchup oder andere nette Sößchen und von Tomaten etc. ganz zu schweigen. Und nicht das der Laden nicht läuft. Solange wir dort saßen kamen nacheinander Leute rein und verließen mit großen Fresstüten das "Lokal". Wir flüchten und verlassen Stornoway.

Wir wechseln gleich die Küste und fahren hinüber auf die Westseite der Insel, denn hier, ganz abgelegen auf den Klippen liegt unser Lager für die nächsten zwei Nächte. Am Ende der Welt, in der alten Siedlung einer ehemaligen Radarbasis der Royal Air Force liegt unser B&B. Eine Art Bauernhof mit 100 Schafen, 35 Enten, 25 Hühnern, 7 Gänsen und 5 Galoway Rindern. Sehen tut man davon nur das Federvieh, der Rest schwirrt versträut in der Gegend herum. Aber das Essen - alles soweit möglich selbst hergestellt, gezüchtet, gepflanzet - ist einfach göttlich.

Der Abendspaziergang war heute, wie sollte es anders sein, die Erkundung der... nein, nicht der Radarbasis, da kommt man nicht ran und das kann böse enden. Wir erkunden natürlich die tollen Klippen.



Mit dem Wettergott verscherzt?

Heute wollen wir die Insel Lewis weiter erkunden. Gestern haben wir ja schon die Inselhauptstadt ausgiebig beleuchtet, heute kommt die Westküste dran. An der Ostküste gibt es im Norden leider keine Straßen und somit auch keine urbanen Siedlungsstätten, im Süden ist es andersrum. Da gibt es fast ausschließlich im Osten Straßen. Wir wollen an den nördlichsten Punkt der Insel, den Butt of Lewis. Der Weg dahin ist leider weniger spektakulär als gedacht. Wir fahren zwar im weitesten Sinne an der Küste entlang, aber eben nicht so nah, dass man das Meer sehen könnte. Oben am Nordzipfel empfängt uns eine graue Wolkendecke.

Unsere geplante Wanderung direkt an den Klippen brechen wir nach wenigen hundert Metern ab. Es beginnt zu regnen und der Himmel verspricht nicht unbedingt Besserung. Der Wind pfeift uns heftig um die Ohren. So macht eine Klippenwanderung wenig Sinn. Wir fahren mit dem Auto zum Leuchtturm und hoffen dass wir wenigstens hier ein klein wenig herumlaufen können. Eine Stunde sitzen wir im Auto bis der Regen nachlässt. Ganze fünf Minuten können wir bei annähernd trockenem Gebläse Fotos machen, dann kommt der Regen schon wieder beinahe waagerecht. Wir geben auf und fahren wieder nach Süden. Soll es nicht im Süden immer schöner und wärmer sein?

Wir halten unterwegs mehrfach kurz, doch immer wenn wir das Auto verlassen, fallen schon wieder dicke Tropfen auf uns herab. Es ist wie verhext.

Da wir dadurch recht früh dran sind, beschließen wir, noch auf die zwischen Loch Rog und Loch Rog An Ear gelegene Insel Great Bernera zu fahren. Netterweise wurde die vor ein paar Jahren durch eine Brücke mit dem Festland verbunden und so können wir schwupsdiwups eine weitere Insel der Äußeren Hebriden zu unseren Eroberungen zählen. Wir fahren einmal gerade durch bis ans Ende und dann... Die Sonne scheint, schneeweißer Sandstrand, traumhafte Kulisse. Dafür hat sich der Weg mehr als gelohnt.

In unserem B&B gibt es unsere lieb gewonnene Tea-Time und Andrew, unser Gastgeber zaubert wieder ein fantastisches Essen für uns. Bei einer Flasche Wein können wir es uns so richtig gut gehen lassen. Und das alles am Ende der Welt.



Bye Islands - Hi Highlands

Unsere Tage auf dem Bauernhof sind gezählt. Unsere Tage auf den schönen Äußeren Hebriden ebenfalls. Wir verlassen Aird Uig und steuern die Fähre zum Festland an. Doch nicht ohne uns ein wenig Energie für die Weiterreise zu holen.

Die Calanish Standing Stones bilden einen der vollständigsten Steinkreise in ganz Großbritannien. Für mich beinahe besser als Stonehenge, da man hier direkt an die Steine herankommt und so eine ganz andere Perspektive auf das Ganze hat, als immer nur aus sicherer Entfernung auf das Gesamtkunstwerk zu schauen.

Gegen Mittag sind wir in Stornoway und stellen uns brav in der Schlange an der Fähre an. Picknick gibt es im Auto, aber das sind wir ja inzwischen gewohnt. Wie bei all unseren Caledonian Fährfahrten laufen wir pünktlich aus dem Hafen aus und ebenso pünktlich am gegenüberliegenden Ufer wieder ein. Ullapool - unser Tor zu den Highlands, denn ab hier beginnen wir unsere kleine Highlandtour. Doch das kommt erst morgen. Heute wird nur noch durch das Städtchen gebummelt und alte Erinnerungen an vergangene Besuche bei leckerem Essen aufgefrischt.



Up and down

Wir starten unsere Highlandtour von Ullapool nach Norden bei schönstem schottischen Grau. Kurzer Stopp am Ardvreck Castle oder zumindest dem was davon übrig ist. Loch Assynth, in dem es sich spiegelt wie im Bilderbuch, liegt ruhig da.

Doch nur bis es beginnt zu nieseln und aus Niesel wird schnell Regen. Doch unsere Hauptroute liegt ohnehin noch vor uns. Kurz vor Kylesku biegen wir links ab und fahren die wunderschöne Küstenstraße bis zum Leuchtturm von Stoer.

Die Straße ist die heftigste die wir bisher hatten. 25% Steigung oder wahlweise Gefälle, dazu Straßen die in den Himmel zu führen scheinen. Kein weiterer Weg in Sicht. Erst als man ganz oben über die Spitze rollt, kann man, wenn man sich gaaanz lang macht im Auto, erahnen wohin man lenken muss, um nicht ganz unten in einem Loch zu landen. Dennoch zählt die Route zu einer meiner Favoriten bisher.

Am Leuchtturm angekommen sind nicht nur wir, sondern inzwischen auch der Tourismus. Gibt es hier doch tatsächlich schon eine Imbissbude, die süße Getränke und fettes Essen anbietet. Doch wir lassen uns davon nicht abschrecken, genießen unser Picknick mit Blick auf den Atlantik.

Wir wollen weiter nach Achmelvich, denn von dort startet unsere kleine Wanderung zu einer alten Mühle, der Alltan'abradhan. Der Weg dahin ist steinig und hat ähnliche Steigungen wie zuvor die Straße, doch die Ausblicke lohnen. Immer wieder blitzt in der Ferne der schneeweiße Strand von Achmelvich zwischen den dunklen Hügeln auf. Auch das Wetter ist strandtauglich - zumindest für Schottland - und so genießen wir sonnige 18 Grad.

Da wir die Straße so toll fanden, müssen wir sie gleich nocheinmal fahren. Unser Hotel liegt mitten auf der Route. Doch bei dem Wetterchen machen auch solche Straßen Spaß, vor allem wenn zur Belohnung ein leckeres Eis mit Blick auf Loch Drumbeg wartet.



Mundraub

Über Lochinver ging es heute am Loch Assynth entlang zur "lost landscape". Alte knorrige Bäume stehen hier auf kleinen Inseln und recken ihre kahlen toten Äste empor. Doch das ist nur ein morgendlicher Zwischenstopp zum Beine vertreten. Der Weg hinauf bis nach Durness ist lang. Über Kylesku geht es zum nördlichsten Punkt unserer Highlandtour. Unweit von Cape Wrath, dem nordwestlichsten Punkt der Highlands, liegt Faraid Head. Eine kleine Halbinsel mit tollen Stränden, vielen Dünen, wahnsinns Klippen und einer Militärbasis. Doch bevor wie unsere kleine Wanderung beginnen, sitzen wir in den Dünen mit Blick aufs Meer und verputzen unsere Sandwiches. Eine freche Schwarzkopfmöwe sitzt hinter uns und quietscht uns ins Ohr.

Sie will auch was abhaben vom Lunchpaket. Keinen Schritt weicht sie von unserer Seite bis sie ein Krümelchen Brot zugeworfen bekommt. Kaum verputzt... lautes Schreien von hinten links. Happen verspeist, will mehr! Erst als wir uns aus den Dünen trollen, zieht auch sie weiter.

Am Strand entlang geht es auf die kleine Halbinsel. Eine schmale Straße führt von da an zur Militärbasis. Diese ist jedoch teilweise im weißen Sand verschwunden - die Straße natürlich. Die riesigen Dünen auf Faraid Head sind die größten in ganz Großbritannien, doch das mit der Militärbasis würden auch sie nicht schaffen ;-). Die Dünen bilden mit ihrem schneeweißen Sand und dem sanften grünen Bewuchs einen tollen Kontrast zu den dunklen Bergen im Hintergrund mit den sich daran zusammenbrauenden Wolken. Das Ganze bei türkisblauem Wasser. Über uns scheint die Sonne und läutet bei 20 Grad den schottischen Sommer ein. So könnt es uns gefallen.

Gegen vier sind wir zurück am Auto und treten die Weiterreise an. Noch ist es mehr als eine Stunde Fahrt. Mit kurzem Zwischenstopp an der Smoo Cave geht es entlang am Loch Eriboll und weiter zum Kyle of Tongue. Hier werden wir heute mit Blick auf die Rabbit Islands unser Nachtlager aufschlagen.



Sutherland

Wir verlassen die Nordküste und fahren nach Süden, durchqueren die Highlands und den dazugehörigen kompletten County Sutherland. Doch von Bergen ist dabei eigentlich nichts mehr zu sehen. Wir scheinen direkt auf einer Art Hochebene zu fahren. Schade, denn so ist die Strecke eigentlich recht langweilig. Doch dafür kommen wir schneller voran als befürchtet. 50 Kilometer Single Track Road können lang sein und bei viel Verkehr und noch mehr Kurven ewig dauern. Doch wir sind ruckzuck an der Südostküste in Golspie. Aufgrund des starken Nebels hatten wir unsere kleine geplante Wanderung in Tongue entfallen lassen und nun sind wir viel früher als geplant schon am Dunrobin Castle. Das war einst das Zuhause der Dukes und Duchessen of Sutherland.

Nach einer gemütlichen Schlossbesichtigung essen wir noch einen Happen. So haben wir auch gleich genügend Grundlage um in die nächste Whiskydestillerie zu stürzen. Das war eigentlich nicht im Plan, aber da Glenmorangie auf der Strecke liegt und wir nun unplanmäßig viel Zeit haben.... Wir biegen also in Tain kurzerhand ab. Ich bin ja wie ihr wisst kein Whiskytrinker aber dennoch ist die Führung sehr gut und wenn ich der Reisebegleitung Glauben schenken darf auch der Whisky - ein sehr milder übrigens.

Von Tain aus geht es nach einem kleinen Abstecher über Portmahomack nach Strathpeffer. Hier im schönen viktorianischen Kurort steigen wir in einem herrschaftlichen 4* B&B ab. So endet unser Ausflug in die Highlands ganz standesgemäß schottisch in einem viktorianischen Zimmer mit viel Liebe zum Detail und einem Hauch von Luxus. Morgen starten wir zum letzten Teil der Reise - mit Moray, Banffshire, Aberdeenshire, Kincardineshire und Angus besuchen wir den östlichen Zipfel Schottlands.



Speyside

Durch die schweren Vorhänge scheint die Sonne ins Bett und lockt uns, vor dem Frühstück noch ein wenig Strathpeffer zu erkunden. Alte Villen säumen die kleinen Straßen, es gibt jede Menge Unterkünfte und Hotels und man bietet eine Kirche zum Kauf an... Gar nicht so ungewöhnlich in Großbritannien. Hier kann man alles in alten Kirchen finden, von der Jugendherberge über indische Restaurants bis hin zum Nachtclub.

Unser Frühstückchen ist heute erstmals ohne Ei und Bacon oder sonstige schottische Deftigkeiten. Obstteller, Müsli, Toast - welche Wohltat nach fast 3 Wochen Scrambled Egg. So gestärkt können wir uns auf den Weg machen. Doch sehr weit kommen wir leider erstmal noch nicht. Kurz vor Inverness stehen wir erstmal im Stau. Doch dann geht es flott vorbei an Nairn bis nach Elgin. Unser Ziel hier ist die große Kathedrale bzw. deren Reste.

Sie muss einst echt wahnsinnig groß gewesen sein, wenn ich auch glaube, nicht ganz so groß wie die in St. Andrews. Doch hier steht doch noch ein bisschen mehr und man kann die vielen Stufen bis in den Turm hochsteigen und einen Blick über das kleine Städtchen mit seiner riesigen Ruine genießen.

Ein kurzer Bummel durch das Zentrum, ein kleiner Snack und auf geht es zur Glen Moray Destillerie. Die Führung hier ist die Beste die ich bisher genießen durfte, auch wenn inhaltlich ja eigentlich das Meiste doch gleich ist. Die Whiskyherstellung unterscheidet sich ja rein vom Prozess her nicht zwischen den einzelnen Destillerien. Der Whisky selbst... ich kann dazu wie immer nix sagen, mir nur sagen lassen - soll sehr gut sein. Nicht torfig, nicht rauchig, ein echter Speyside eben.

Am Nachmittag lassen wir Elgin hinter uns und wollen den Whisky-Trail entlang nach Süden. Jaja... da fährt man einmal nur nach Navi und lässt die Straßenkarte links liegen und schon schickt die nette Stimme einen über eine völlig andere Route als geplant und man merkt es erst wenn nix mehr zu retten ist. So kamen wir zwar gut voran, doch eben anders als gedacht. Pünktlich zum aberdeenschen Feierabendverkehr waren wir dann auch vor den Toren der Stadt und haben uns mit allen anderen angestellt um in unser Hotel mitten im Zentrum zu gelangen. Ein gutes Stündchen hats gedauert, inklusive geschätzter 20 Kreisverkehre.



Geständnis

Irgendwie ist uns Aberdeen zu viel nach der Ruhe der letzten Wochen. Wir beschließen den geplanten Stadtbummel einfach zu streichen und Aberdeen schnellstmöglich zu verlassen. Stattdessen geht es ins nahe gelegene Stonehaven. Ein kleines Städtchen mit nur 10.000 Einwohnern. Dafür aber ein netter Hafen und ein nahegelegenes Castle. Nach einem kleinen Bummel durch die Straßen machen wir uns auf den Weg dahin. Sehr weit kommen wir vorerst nicht, der Küstenwanderweg ist gesperrt, doch wir finden quasi ein Loch im Zaun und schummeln uns ein paar Meter weiter doch noch auf den Küstenpfad. Das Dunnottar Castle ist in der Ferne schon zu erkennen. Es liegt auf einer Klippe, die ein wenig ins Meer ragt und muss einst ziemlich groß gewesen sein. Heute sind nur noch Ruinen zu sehen.

Als wir ankommen, ist soeben ein Bus älterer Herrschaften vor dem Castle entleert worden und so verkneifen wir uns die Besichtigung und genießen stattdessen die Sonne und den Rückweg nach Stonehaven.

"Uschi" unsere Navigationsdame hat heute Pause, nach ihrem gestrigen Fauxpax. Wir fahren stattdessen nach Karte immer schön an der Küste entlang und halten hier und da wo es uns gefällt. So streifen wir unter anderem Montrose und Arbroath, machen unterwegs ein Picknick und suchen vergeblich nach piktischen Steinen, bevor wir schon am Nachmittag in Broughty Ferry, einem kleinen Vorort von Dundee ankommen.

Ein Teechen zum Ankommen und dann geht es wieder hinaus. Klärchen hat auf uns gewartet und begleitet uns zum Hafen mit dem kleinen Castle. Wir bummeln ein wenig umher und hüpfen dann in einen Bus, der uns ins Zentrum von Dundee bringt. Auch hier ist Klärchen wieder mit von der Partie. Jetzt so kurz vor Ende der Reise kann ichs euch ja verraten, wir hatten sie für die Tour gebucht...

Das Zentrum von Dundee ist nicht sehr groß und so ist das Vorhandene schnell erkundet bevor wir thailändisch dinieren und dann zurück in unseren Vorort fahren.



Hoch hinaus

Unser letzter Tag. Es geht zurück nach Glasgow. Über die Firth-of-Tay-Brücke verlassen wir Dundee nach Süden. Wir durchqueren den Kingdom of Fife und fahren die schöne North Five Touristen Route nach Stirling. Ein bisschen Sightseeing muss auch am letzten Tag sein. Das Stirling Castle thront hoch über der Stadt auf einem Felsen und ist sehr gut erhalten. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Castle noch für militärische Zwecke benutzt. Heute kann man alles besichtigen und wirklich auf beinahe jede Mauer, jedes Türmchen und in jeden Keller. Lediglich das Innere des eigentlichen Palasts ist nicht mehr im Original erhalten. Er wurde komplett rekonstruiert, neu eingerichtet und ausgestattet und dann 2011 durch die Queen zur Besichtigung freigegeben.

Nach einem Bummel durch die Stirlinger Altstadt und einem kleinen Mittagssnack geht es weiter nach Glasgow. Das Hotel ist mitten im Zentrum und so wird es wieder ein wenig schwierig direkt am Hotel zu parken. Mit Sack und Pack geht es also von einem nahegelegenen Parkhaus zu Fuß bei knapp 25 Grad ins Hotel. Typisch britische Großstadt muss man erstmal eine Etage erklimmen bevor man überhaupt an der Rezeption steht, denn von der Straße aus sieht man eigentlich nur eine kleine Eingangstür. Erst über den Geschäften im Erdgeschoss breitet sich das Hotel auf seine volle Breite aus. Wir bekommen unseren Schlüssel und sind hocherfreut, das unser Zimmer in der 4. Etage liegt, ohne Fahrstuhl wohlgemerkt. Nach oben wird es immer wärmer. Bis wir schließlich in unser kuscheliges Dachkämmerlein kommen schwitzen wir ganz ordentlich und fallen erstmal kaputt aufs Bett.

Nach einer kurzen Verschnaufpasue geht es in die Stadt. Wir wollen doch wenigstens noch ein bisschen von Glasgow sehen, bevor wir morgen nicht nur die Stadt sondern auch das schöne Schottland verlassen.



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